die letzten zwei wochen hab ich meine zeit hauptsächlich mit gruppen- und projektarbeit für den kurs "film&video as an aesthaethic expression" verschwendet. teilweise auch mit sonstigem rumstudieren. definitiv zu wenig mit schlafen und aufräumen, ein bisschen zuviel mit feiern.
die projektarbeit bestand darin, mit einer gruppe von 5 leuten einen song zu komponieren und anschließend ein passendes musikvideo dazu zu drehen. wir haben spontan versucht, bob marleys 'no woman no cry' als 'no swedish no cry' auszulegen und erzählen in unserem (aber dann doch sehr eigenen) cowboy-song von unseren recht unterschiedlichen eindrücken bei der ankunft als foreign exchange student in linköping. unsere gruppe bestand aus einer holländerin, einer irin, einer spanierin, einem australier und mir - deadline für die arbeit war freitag. für das drehen und dem abschließenden filmediting wurden sämtliche budgets ausgegeben, sämtliche statisten rekrutiert, sämtliche nerven gelassen und sämtlicher schlaf geopfert. also von wegen in linköping wird nur gefeiert!
weil aber eben doch viel gefeiert wird, musste das natürlich rein mit ins video. weil der gesamte film jetzt beim lehrer ist, gibts grad mal einen wirklichkurzen ausschnitt aus dem irischen filmteil. theme: feiern im hg, dem kleinen feinen pub schräg gegenüber (ton bitte runterdrehen, der ist unmöglich und noch nicht bearbeitet) :
was mir als ausländer bei meiner ankunft in schweden gleich aufgefallen ist und somit unbedingt mit in meinen teil vom video reinmusste: das queueing. schwedischer nationalsport und absolut schwedische tradition: das schlangestehen. egal wofür, egal wo - wenn die schweden irgendetwas wollen, fangen sie erst mal an sich einzureihen. beim metzger, im supermarkt an der fleischtheke, im studentenbüro, in der bank - erst brav eine nummer ziehen und dann warten, bis die nummer aufgerufen wird.
aber auch ohne nummer-ziehen klappt das schlangestehen wunderbar - für manche aktivitäten, die hier vom erasmus-studentenbund organisiert werden, gibt es nur eine ganz bestimmte anzahl von tickets. je nach beliebtheitsfaktor der aktivität kann das schlangestehen fürs ticketkaufen schonmal locker 20 stunden in anspruch nehmen. einzige regel: wer einschläft, muss seinen schlange-platz verlassen; wer den platz verlässt, hat pech gehabt.
auch bei pubbesuchen oder clubs in der stadt muss man zu bestimmten stunden mit langen queuen rechnen, ebenso vor und in den sogenannten systembolagets (sogenannte "alcohol-shops" - nur hier bekommt man alkohol mit mehr als 3,5 %) - rekord meiner mitbewohnerin: 3 stunden im systembolaget um ein sixpack schwedisches starkbier zu kaufen.
um bei meinem part das ankommen in linköping so realistisch wie möglich darzustellen, durfte also eine queue vor dem hg nicht fehlen (mein persönlicher rekord bisher beim anstehen: 2 stunden). die folgende queue ist übrigens total gefakt, sieht aber trotzdem voll echt aus. die statisten sind all die leute, mit denen ich hier im moment durchs leben wanke.
auch hier bitte wieder: ton down!
lässt sich im moment nicht hochladen, die szene.
später vielleicht.
so. und jetzt was ganz anderes: studieren an sich.
die kurse, die ich hier für ein halbes jahr belegt habe, sind für mich studiumssmässig alle völlig sinnlos. insgesamt sind es 4 an der zahl ("beginners´course in swedish for exchange students" , "introduktion to special education in a swedish context" , "film&video" und "childrens rights and participation") an durchschnittlich insgesamt zwei tagen die woche (montags und mittwochs). schwedisch ist eher unspektakulär als denn wahnsinnig spanned, dafür aber kompliziert und verwirrend. special education ist völlig auf grundschule ausgelegt und als thema an sich für mich nicht so der burner. zwischen film&video und meinem studium hab ich bisher noch überhaupt gar keinen zusammenhang finden können und childrens rights fängt erst im märz an.
soviel dazu. mir kommt das ganze rumgeeier sehr gelegen - die ganze frühkindliche wissenschaftliche unwissenschaft vom letzten freiburger semester liegt mir teilweise immer noch schwer im magen und war zum ende hin sowieso nur schwer zu ertragen.